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Eine Reise durch die Geschichte Mallorcas

Wusstet ihr schon, dass….

Viele von uns sind nicht das erste Mal auf Mallorca. Auch nicht das zweite oder dritte Mal… und natürlich hat man irgendwann den Eindruck, alles gesehen zu haben und vor allem alles über diese herrliche Insel zu wissen. Aber ist dem wirklich so? Heute möchte ich Euch ein paar interessante Dinge verraten, die ich bis vor Kurzem selbst noch nicht wusste…

Das Erste, woran die meisten denken, wenn von Mallorca die Rede ist, ist der sogenannte „Ballermann“. Restlos überfüllt und im Sommer kein sehr beliebtes Ausflugsziel zählt er zu den Schandflecken der Insel. Doch könnt ihr glauben, dass dort – wo sich heute Hotel an Hotel und Strandbar an Strandbar reiht – vor 150 Jahren kein einziges Haus stand? Tatsächlich baute erst 1872 ein Mallorquiner aus der Inselmitte sich dort das erste Feriendomizil. Nach und nach taten es ihm seine Landsleute gleich, sodass im Laufe der Jahrzehnte eine kleine Fischerhütten- und Ferienhaussiedlung entstand.

Doch erst als Anfang des 20.Jahrhunderts eine Eisenbahnlinie von Palma nach Llucmajor gebaut wurde, zogen immer mehr Arbeiter in den Ort. „S‘Arenal“ taufte man das neue Dorf, übersetzt die Sandige, wo es Anfang der 30er Jahre zwar immerhin schon drei Bars, aber nach wie vor kein einziges Hotel oder Restaurant gab.

Musste doch erst 30 Jahre später der Flughafen in Palma gebaut werden, damit der Tourismus nach Mallorca kam und somit auch die ersten 70 Bettenburgen in S‘Arenal. Heute gibt es an der Playa de Palma rund 33.000 Gästebetten, soviel wie an keinem anderen Platz der Insel.

Playa de Palma – von künstlichen und natürlichen Stränden

So schlage ich gleich die Brücke zu einem weiteren Phänomen, über welches sich bestimmt bislang kaum Einer Gedanken gemacht hat. Man könnte meinen, die besagte Playa de Palma war schon immer so lang, breit und schön. Jedoch fand man hier früher nur einen ganz schmalen Küstenstreifen vor. Erst in den 90er Jahren karrte man Unmengen an Sand dorthin und verbreiterte ihn künstlich um mehr als 500 Meter. Doch die Natur rächte sich und trug bei einem schweren Sturm 2001 viele Strände an der Nord- und Ostküste fast gänzlich ab. „Back to the roots“ sozusagen. Schade nur, dass das Umweltministerium hierauf tausende Tonnen Sand aus dem Meeresboden von Mallorca baggern und wieder aufschütten ließ, wodurch das gesamte Ökosystem schweren Schaden nahm. Der europäische Gerichtshof verurteilte hierauf die Insel zu einer Milliarden schweren Geldstrafe. Natürlich gibt es aber auch breite Strände ohne menschliches Einwirken, wie den berühmten Es Trenc im Süden. Ein schönes Fleckchen Erde, welches wir von Son Manera aus einmal die Woche besuchen – freut Euch drauf!

Eine weitere Kuriosität ist, dass man überall an Mallorcas Küsten auf Wasser blickt, es jedoch keinen einzigen Fluss oder See auf der gesamten Insel gibt. Ausgetrocknete Flussbäche ja, diese dienen bei starkem Regen dem Hochwasserschutz und werden somit gehegt und gepflegt. Viele werden jetzt sagen, aber im Tramuntana-Gebirge gibt es doch den berühmten Cúber und den Gorg Blau See! Ja, das stimmt, aber auch diese wurden künstlich gestaut und dienen nun als Trinkwasser-Reservoir.

Bleiben wir im Tramuntana-Gebirge und staunen über immerhin elf Berge, die höher als 1000 Meter sind. Kein Wunder, dass die Insel fast nur noch aus Wanderern und Radfahrern besteht. Mit 1445 Metern ist der Puig Major der höchste Berg Mallorcas und im Winter immer herrlich mit Schnee bedeckt. In ihrer Gesamtheit ist die Serra de Tramuntana mit ihren hohen Bergen unser Gutwetterbote, da sie den Großteil der Regenwolken und den kühlen Nordwind fern hält.

Gehen wir von der Flora zur Fauna, so gibt es dort auch vieles zu bestaunen – leben doch tatsächlich einige Tierarten nur hier auf der Insel. Zum Beispiel der wunderbare Mönchsgeier (der inzwischen aber auch schon auf dem spanischen Festland und Frankreich angesiedelt wurde), oder der Sensationsfund in den 1980er-Jahren in den Bergen der Serra de Tramuntana: die Mallorca-Geburtshelferkröte, die seit mehr als 2000 Jahren als ausgestorben galt. „Ferreret“ heißt der endemische Froschlurch, der durch seine hervortretenden Augen besticht und alle Froschdamen verrückt macht.

Der erste Tourist auf Mallorca

Zum Abschluss unserer heutigen „Wusstet Ihr, dass…“-Reihe möchte ich die Tatsache nennen, dass der erste Tourist auf Mallorca nicht etwa ein Deutscher war, nein. Sondern… wer hätte es gedacht… ein Österreicher! Unser Probe-Tourist hieß Erzherzog Ludwig Salvator und bereiste erstmalig die wunderbare Insel im Jahre 1867. Es gefiel ihm so sehr, dass er sich gleich hier niederließ und sogar die erste Pension eröffnete, in der die Besucher umsonst wohnen konnten, wenn sie sich ihre Verpflegung selbst mitbrachten. Der herzogliche Aussteiger erwarb immer mehr Besitzungen, bis schließlich das gesamte Gebiet zwischen Valldemossa und Deia – damals „Fürstentum Miramar“ genannt – ihm gehörte. Der „Austriaco“ gab sich stets freundlich und bescheiden, bemühte sich um das Erlernen des einheimischen Dialektes, förderte die Landwirtschaft und war beliebt bei den Einwohnern. Durch intensive Forschungen entstand so sein neunbändiges Werk „Die Balearen in Wort und Bild“, doch krankheitsbedingt musste er zu Kriegsbeginn die Insel verlassen und starb ein Jahr später in Tschechien. Doch die Österreicher blieben seitdem der Insel treu und gründeten im Jahre 2017 sogar eine Yogafinca in Montuiri, auf der wir Euch nun das ganze Jahr herzlich Willkommen heißen. Ich hoffe, meine kleine Reise durch die Historie Mallorcas hat Euch gefallen und bis bald auf Son Manera!