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Rein ins Getümmel, es ist día del mercado!

Auf den Markt musst Du gehen… und zwar auf diesen schönen Markt in Santa Anni… nein, Santanschi… ähm… na was denn nun? Ausgesprochen wird mein Wahlheimatort tatsächlich „Santanie“, die korrekte Schreibweise Santanyí verleitet jedoch gerne einmal zu lustiger Buchstabenjonglage.

Aber wie dem auch sei, es ist und bleibt einer der schönsten Wochenmärkte auf Mallorca, der im Übrigen immer mittwochs und samstags stattfindet und heute möchte ich Euch vorab schon zu einem kleinen virtuellen Rundgang einladen.

In Santanyí angekommen lässt einen das Glücksgefühl über den nach längerer Suche endlich frei gewordenen Parkplatz schon gleich beschwingt Richtung Zentrum laufen – in der Hauptsaison empfehle ich in jedem Fall, zeitnah aufzubrechen. Da der Ort mit seinen knapp 4000 Einwohnern jedoch recht überschaubar ist, erreicht man schon nach wenigen Minuten Fussmarsch die ersten Markt-Stände. Waren doch bis vor 2 Jahren noch auffallend viele Vertreter der Armani-Taschen („alles 100% echt!“) und hochwertigen Handy-Hüllen („Hast du iphone? Hab ich Hülle!“) zu finden, so hat die Gemeinde zum Glück auf den wachsenden Unmut der Besucher reagiert und wieder mehr einheimische Künstler mit ihrer individuellen Handwerksarbeit auf die Bildfläche geholt. So kann man gute zwei Stunden zwischen selbstgemachten Seifen, handgeklöppelter Kleidung, Schmuck aus verbogenem Besteck und selbstgedruckten Holz-Postkarten umherschlendern, aber auch die beliebte farbenfrohe Keramik und die hippen bunten Einkaufskörbe dürfen nicht fehlen.

Santanyí hat in den letzten Jahren zudem sehr viel Prominenz angezogen und so sollte es euch nicht wundern, wenn ihr am Obststand neben Tim Mälzer steht, bei der Wurstverkostung Martin Semmelrogge trefft oder im trendigen Lokal „Sa Cova“ den Kaffee (olé) von Uwe Ochsenknecht, seineszeichens Mitbetreiber, serviert bekommt. Aber nicht nur deshalb beschleicht einen schon nach kurzer Zeit das Gefühl, nicht mehr so ganz auf Mallorca zu sein, denn hier spricht man Deutsch und das aus Überzeugung. Aber wen’s nicht stört, der wird seine wahre Freude an den vielfältigen und geschmackvoll eingerichteten Läden, Lokalen und Cafés haben, die nicht zuletzt der deutschsprachige Tourismus eben so maßgeblich geprägt hat.

Möchte man aber etwas Abstand zu seinen Landsleuten gewinnen, so geht man am Besten unweit der imposanten Kathedrale in die eher spartanisch eingerichtete Bar „Ca‘n Vadell“, bestellt sich – wir erinnern uns – seinen Kaffee (olé) fehlerfrei auf Spanisch und bekommt nebst einheimischem Flair in der Sommerzeit sogar auch noch Live-Musik geboten. Wenn Euch währenddessen ein schöner handgefertigter Ledergürtel vom Stand gegenüber ins Auge springt, so findet ihr den Schneider oftmals nicht am Verkaufsstand, sondern eher am Nachbartisch bei seinem obligatorischen Carajillo.

Zurück auf dem Weg zur Plaça Mayor sollten die Damen unbedingt noch einen Einkehrschwung in den Bekleidungsladen „Anagrama“ machen (die Männer können problemlos im benachbarten Herrenmodegeschäft geparkt werden), die farbenfrohen Sommerkleider und die angesteckten Blumen an jeder Einkaufstüte erfreuen mich immer wieder. Nach diesem kräftezehrenden Power-Shopping wäre nun eine Kleinigkeit zu essen recht. Bei all den zahlreichen Cafés und Restaurants fällt die Entscheidung zugegebenermaßen schwer, empfehlen kann ich jedoch die Crêperia „Sa Font“ mitten auf der Plaça Mayor, die als Erkennungsmerkmal ein altes Fahrrad an der Hauswand hängen hat. Hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und man hat eine ordentliche Auswahl an Tapas, Crêpes, Bocadillos und Salaten sowie das Markttreiben bestens im Blick.
Frisch gestärkt solltet ihr jetzt noch einen kleinen Spaziergang zu einem besonders schönen Souvenirladen namens „Blanco“ machen, der auf der Rückseite der Kirche in der Carrer de Sant Andreu liegt. Ganz anders als in den zentral gelegenen Touristenläden bekommt man hier bei einem reizenden einheimischen Pärchen ein tolles Angebot an besonderen Ölen, Salzen und Weinen, die überwiegend aus der unmittelbaren Umgebung von lokalen Erzeugern stammen. Nicht zuletzt ist der geschmackvoll eingerichtete Hinterhof-Laden auch einfach sehenswert.

Hier endet nun mein kleiner Rundgang und ich hoffe, dass in euren Händen ein Meer von Einkaufstüten baumelt. Mein Dörfchen ist im Übrigen auch an Nicht-Markttagen immer einen Besuch wert, wie ihr vielleicht heute schon erahnen konntet.

In diesem Sinne: gute Heimfahrt und bis bald in Santanü… äh, i !

von Kristina Bechmann